Der Report macht auf neue klimatische Phänomene aufmerksam, die hydrologische Extreme weiter verschärfen. So verstärkten sich in Spanien und Portugal ein „Climate Whiplash” in Kombination mit einer Blitzdürre gegenseitig: auf einen ungewöhnlich feuchten Frühling folgte innerhalb weniger Monate eine ausgeprägte Dürre mit Waldbränden. Dieser schnelle Wechsel und der extrem schnelle Verlust von Bodenfeuchte veränderte das Gefahrenpotenzial der ganzen Region nachhaltig.
Text: Dr. Julian Haas/GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung, Albert van Dijk/ Australian National University
Im Jahr 2025 wurde der globale WasserkreislaufDer Wasserkreislauf beschreibt den Transport von Wasser aus den Meeren, durch die Atmosphäre, auf das Festland und von dort wieder zurück in die Meere. Das Wasser wechselt bei dieser Reise mehrfach seine Aggregatzustände, d.h. es bewegt sich als f... von sich verschärfenden Extremereignissen, einem schnellen Wechsel zwischen nassen und trockenen Bedingungen sowie von signifikanten Ereignissen an unerwarteten Orten und zu ungewöhnlichen Jahreszeiten geprägt.
Die folgende Weltkarte bietet einen Überblick über die wichtigsten HochwasserHochwasser sind immer wieder auftretende natürliche Ereignisse, die durch ein komplexes Zusammenspiel meteorologischer und hydrologischer Prozesse entstehen. Hochwasser wird der Zustand bei Gewässern genannt, bei dem sich der Wasserstand oder der A...- und Dürreereignisse des letzten Jahres. Neben neueren Phänomenen wie dem „Climate Whiplash” (schneller Wechsel zwischen nasser und trockener Periode) und sogenannten Blitzdürren (plötzliche Trockenheit) fällt eine Häufung von HochwasserHochwasser sind immer wieder auftretende natürliche Ereignisse, die durch ein komplexes Zusammenspiel meteorologischer und hydrologischer Prozesse entstehen. Hochwasser wird der Zustand bei Gewässern genannt, bei dem sich der Wasserstand oder der A...extremen in Asien und Nordamerika auf.
Die wichtigsten Erkenntnisse für das Jahr 2025
Der Report liefert die neuesten Informationen zu Trends im WasserkreislaufDer Wasserkreislauf beschreibt den Transport von Wasser aus den Meeren, durch die Atmosphäre, auf das Festland und von dort wieder zurück in die Meere. Das Wasser wechselt bei dieser Reise mehrfach seine Aggregatzustände, d.h. es bewegt sich als f... und zu bedeutenden wasserbezogenen Katastrophen. Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehören:
- Wasserbezogene Katastrophen verursachten 2025 weltweit nahezu 5.000 Todesfälle, vertrieben rund 8 Millionen Menschen und führten zu wirtschaftlichen Verlusten von über 360 Milliarden US-Dollar.
- Extremniederschläge nahmen weltweit zu; die maximale tägliche Niederschlagsmenge stieg um 2,3 % pro Jahrzehnt und trug zu Überschwemmungen und Erdrutschen bei.
- Die vergangenen drei Jahre waren weltweit die heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen und bestätigen einen anhaltenden Erwärmungstrend.
- Heiße Tage mit Temperaturen über 35 °C nehmen um 8,3 % pro Jahrzehnt zu und gefährden die menschliche Gesundheit, Ökosysteme und landwirtschaftliche Systeme.
- „Climate Whiplash“ verstärkte die Auswirkungen von Katastrophen, da rasche Übergänge zwischen nassen und trockenen Bedingungen dieselben Regionen in kurzer Folge trafen. In Spanien und Portugal folgte auf einen feuchten Frühling innerhalb weniger Monate eine Blitzdürre und schwere Waldbrände.
- Blitzdürren entwickelten sich zu einer zunehmend eigenständigen Gefahr, ausgelöst durch schnelle Rückgänge der Bodenfeuchte und der Wasserspeicherung innerhalb von Tagen bis Wochen, statt durch eine allmähliche saisonale Austrocknung.
- Wasserbezogene Gefahren traten an unwahrscheinlichen Orten und mit bislang beispielloser Häufigkeit auf, darunter ein äquatorialer Zyklon, der Indonesien traf, sowie bislang beispiellose Gletscherseeausbrüche mit Flutwellen im Hindukusch-Himalaya.
- Zu den sich abzeichnenden Risiken für 2026 zählen eine zunehmende Dürre im Mittelmeerraum, am Horn von Afrika, in Brasilien und Zentralasien; zugleich erhöhen feuchte Bedingungen in der Sahelzone, im südlichen Afrika, im Norden Australiens und in weiten Teilen Asiens die Wahrscheinlichkeit von Überschwemmungen.
Die oben genannten Erkenntnisse deuten auf einen zunehmenden Stress des globalen Wassersystems hin. Schnellere hydrologische Veränderungen und steigende Temperaturen erhöhen die Risiken für Menschen, Ökosysteme und Infrastruktur.
Global Water Monitor
Das Global Water Monitor Konsortium unter der Leitung von Albert van Dijk von der Australian National University, Canberra, Australien, veröffentlicht jährlich eine Zusammenfassung der Entwicklungen des globalen WasserkreislaufDer Wasserkreislauf beschreibt den Transport von Wasser aus den Meeren, durch die Atmosphäre, auf das Festland und von dort wieder zurück in die Meere. Das Wasser wechselt bei dieser Reise mehrfach seine Aggregatzustände, d.h. es bewegt sich als f...s für das jeweils vergangene Jahr. Ein zentraler Anspruch hierbei ist, möglichst aktuelle Daten früh zur Verfügung zu stellen, um die Öffentlichkeit und Entscheidungsträger zu informieren. Mit dieser Herangehensweise ist der Report regelmäßig „der Erste“ in einer Serie von globalen Reports (z.B. der WMO, der EU etc.).
Die Daten für den Bericht kommen von Bodenmessstationen und Satelliten. Die verschiedenen Datenquellen liefern aktuelle und globale Informationen zu Niederschlag, Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Boden- und Grundwasserbedingungen, der GesamtwasserspeicherungDie Gesamtmenge des auf den Landmassen der Erde vorhandenen Wassers wird als Gesamtwasserspeicherung (TWS) bezeichnet. Wichtige Beiträge zum Gesamtspeicher sind Schnee, Eis (in Gletschern und Eisschilden), Oberflächenwasser (in Flüssen, Seen, Feuc..., der Wasserverfügbarkeit für die Vegetation, Abflüssen in Flüssen, Überschwemmungen sowie Seevolumina für das vergangene Jahr. Sämtliche Daten sind frei verfügbar und können über den Global Water Monitor Data Explorer visualisiert, untersucht und heruntergeladen werden.
Hintergrund: Das GFZ und GRACE-FO
Das GFZ ist eines der offiziellen Analysezentren für die Satellitenmissionen GRACE und GRACE-FO. Es verarbeitet die von den Satelliten erhobenen Daten zur Massenänderung der Erde, um beispielsweise Veränderungen der GesamtwasserspeicherungDie Gesamtmenge des auf den Landmassen der Erde vorhandenen Wassers wird als Gesamtwasserspeicherung (TWS) bezeichnet. Wichtige Beiträge zum Gesamtspeicher sind Schnee, Eis (in Gletschern und Eisschilden), Oberflächenwasser (in Flüssen, Seen, Feuc... abzuleiten.
Die Sektionen Hydrologie, vertreten durch Dr. Julian Haas und Prof. Andreas Güntner, sowie Erdsystemmodellierung mit Dr. Eva Boergens tragen bereits zum dritten Mal in Folge, d. h. für die Berichte 2023, 2024 und 2025, mit Daten zur Gesamtwasserspeicherung (Terrestrial Water Storage) bei. Dabei werden Daten der GFZ-Plattform GravIS und des von den genannten Kollegen neu etablierten Copernicus Climate Change Service (C3S) zur Terrestrial Water Storage Anomaly verwendet.
Linktipps:
- Der Hauptbericht, Berichte für einzelne Länder sowie der globale Data Explorer sind verfügbar unter: https://www.globalwater.online/
- Überblick über die hydrologischen Bedingungen 2025 in Deutschland (PDF)
- Themenschwerpunkt: Terrestrischer Gesamtwasserspeicher (globalwaterstorage)
- zum Datenportal GravIS
- zur C3S-Projektseite