Wie verändert sich die Wasserspeicherung in Deutschland?
Eine Sommerzeitreihe von 2002 bis 2026
Seit 2002 beobachten die GRACE-Satelliten die terrestrische Wasserspeicherung, weltweit und damit auch in Deutschland. Die dargestellten Deutschlandkarten, zeigen nicht nur die Schwankungen von Jahr zu Jahr, sondern auch einen deutlich negativen Trend eines Wasserdefizits in der zeitlichen und räumlichen Verteilung.
Farbgebung und Bedeutung
Die Farbskala von Rot über Weiß bis Blau zeigt uns eine Ab- oder Zunahme der Wasserspeicherung jeweils im Juni gegenüber dem Referenzzeitraums (2002–2020) in Millimetern. Je dunkler das Rot, desto stärker ist die Abnahme des gespeicherten Wassers. Blaue Flächen stehen dagegen für einen Wasserüberschuss. Weißliche Bereiche entsprechen in etwa den Bedingungen des Referenzzeitraums.
Die Wasserspeicherung im Zeitverlauf
In den ersten Jahren der Zeitreihe sehen wir noch positive Anomalien der Wasserspeicherung (blau), also eine hohe Wasserverfügbarkeit. Besonders deutlich wird dies im Jahr 2002, das großflächig blau dargestellt ist. Auch die Monate Juni der Jahre 2010 und 2013 fallen durch eine erhöhte Wasserspeicherung auf, unter anderem durch außergewöhnliche Niederschlagsmengen.
Ab etwa 2015 verändert sich das Bild zunehmend. Die Karten zeigt eine Abnahme der terrestrischen Wasserspeicherung. Besonders auffällig wird diese Entwicklung ab 2018: Deutschland ist dann über mehrere Jahre hinweg überwiegend orange bis dunkelrot eingefärbt. Damit werden die ausgeprägte Dürreperiode und der damit verbundene Wassermangel sichtbar. Laut den Daten der GRACE-Satellitenmissionen zeichnete sich der Wassermangel bereits im langfristigen Trend seit 2015 ab. Juni 2023 war der trockenste Juni in der bisherigen Zeitreihe. 2024 stellt eine leichte Unterbrechung dieser Dürreentwicklung dar. Durch höhere Niederschläge wurde die Dürre etwas abgeschwächt, allerdings führte dies nicht zu einer dauerhaften Rückkehr zu den hohen Wasserspeicherungsständen früherer Jahre.
Räumliche Verteilung
Neben der zeitlichen Entwicklung ist auch eine räumliche Differenzierung innerhalb Deutschlands erkennbar. Die Veränderungen treten nicht überall gleich stark auf. In einzelnen Jahren sind bestimmte Regionen stärker blau bzw. rot eingefärbt als andere. Dies macht deutlich, dass der terrestrische Wasserspeicher nicht nur von der allgemeinen Niederschlagsentwicklung, sondern auch von regionalen hydrologischen Bedingungen beeinflusst wird.
Fazit
Insgesamt zeigt die Kartenreihe einen deutlichen Wandel von einem Wasserüberschuss zu einem anhaltenden Wasserdefizit. Während einzelne niederschlagsreiche Jahre wie 2002, 2010, 2013, oder 2024 noch eine Erholung des Wassermangels und einen leicht positiven Trend zeigen, überwiegen ab etwa 2015 zunehmend negative Abweichungen. Seit 2018 ist ein ausgeprägter Wassermangel erkennbar.
Die Kartenserie verdeutlicht damit: Die terrestrische Wasserspeicherung Deutschlands haben über einen längeren Zeitraum deutlich abgenommen. Sie macht aber ebenso deutlich, dass einzelne niederschlagsreiche Jahre kurzfristig eine Erholung bewirken können.
Text und Karten: Eva Boergens, GFZ
Bildmaterial
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Was ist TWS?
TWS steht für „Terrestrial Water Storage“ und bezeichnet die gesamte terrestrischeGesamtwasserspeicherung. Der Begriff beschreibt die Wassermenge, die auf und unter den Landflächen der Erde gespeichert ist.
Dazu gehören unter anderem:
- Bodenfeuchte
- Grundwasser
- Seen, Flüsse und Stauseen
- Schnee und Gletscher
- die polaren EisschildKontinentale Eismassen mit großer horizontaler Ausdehnung (mehrere tausend Kilometer) und Mächtigkeit (mehrere tausend Meter). Aktuell gibt es auf der Erde Eisschilde in Grönland und der Antarktis. Zum Zeitpunkt des letzten glazialen Maximums vor ...e
TWS ist eine wichtige Größe des WasserkreislaufDer Wasserkreislauf beschreibt den Transport von Wasser aus den Meeren, durch die Atmosphäre, auf das Festland und von dort wieder zurück in die Meere. Das Wasser wechselt bei dieser Reise mehrfach seine Aggregatzustände, d.h. es bewegt sich als f...s, da sie zeigt, ob eine Region insgesamt Wasser gewinnt oder verliert, indem sie Veränderungen der Wasserspeicherung misst. Die Satellitenmissionen GRACE und GRACE-FO können solche Veränderungen mithilfe von Massenveränderungen erfassen.
Für Deutschland bedeutet das: Sinkende TWS-Werte weisen auf einen Rückgang der Wasservorräte hin, der beispielsweise durch geringe Niederschläge, hohe Verdunstung oder eine verstärkte Wasserentnahme verursacht werden kann. Steigende Werte zeigen hingegen eine Zunahme des gespeicherten Wassers an.